Brief an unsere Mitbrüder

X2.2-05-05

 

 

Warum Du christlichen Festtagen besondere Aufmerksamkeit schenken solltest!

 

 

Im Mai 2005

 

 

Lieber Bruder und liebe Schwester im Glauben!

 

Je tiefer ich in die eng verknüpften Themen eindringe, um in jedem Bereich das Gesamtbild zu ergänzen, um so öfters stiess ich auf Jehovas Festzeiten für Israel, die irgendwo alle mit der Endzeit und dem Schlussgericht einen Zusammenhang bilden. Es galt das Thema der jüdischen Festzeiten, die Jehova dem Volk Israel aufgetragen hat genau zu verstehen! Sind diese besonderen Tage des Zusammenkommen durch Jesu Tod aufgehoben worden oder sind sie weiterhin verbindlich für Christen?

 

Als ein Zeuge Jehovas war ich es gewohnt mich drei Mal wöchentlich zu versammeln. In der Schweiz bedeutete dies einen Weg von 26 Kilometern hin in die nächste Versammlung. Die Wochentage dazu wählte sich jede Versammlung selbst, die Themen aber waren vollkommen von „oben“ für die erdenweiten Versammlungen vorgegeben, mit einem limitierten Spielraum für Älteste innerhalb eines durch Indexe vorgegebenen Rahmens, sowie Themen die Tabu sein mussten. Jede Art Fragestellung die ein Sakrileg der Aussagen betrifft sollte direkt zur WATCHTOWER nach Brooklyn gerichtet werden.

 

Bestimmt ist eine gute Ausbildung auf die Schriften hin wie sie Jehovas Zeugen betreiben lobenswert! Wo aber beginnt es wiederum pharisäerhaft das Leben des Einzelnen ungebührlich zu beschränken? Zu den drei Versammlungszeiten kamen die drei jährlichen Kongresse, ein, zwei oder drei oder gar vier Tage! Auch der wöchentliche Predigtdienst von Haus zu Haus oblag uns als Zeugen als eine Pflicht. Über jede dieser Vorgaben hat man ‚gejubelt’ und ist ‚freudig’ nach Hause gegangen. Wurde aber die biblische Wahrheit gelehrt oder jene der Gesellschaft? Zuhause aber erwarteten fast jeden aufgehäufte Probleme, die man hastig verlassen hatte, um der Pflicht gerecht zu werden.

 

Bestimmt wurden bei solchen Zusammenkünfte auch viele nützliche Dinge vermittelt und auch eine gewisse christliche Pflichterfüllung lag darin. Wurde damit aber wirklich Gottes Rechtsanspruch auf Gehorsam gegenüber seinen Pflichten Genüge getan? Gehorchte ich damit Jesu Auftrag an alle seine Jünger oder folgte ich Menschengeboten?

 

Eigentlich wurde sehr vieles in der Literatur wie in den Zusammenkünften immer aufs Neue wiederholt. Ja, das stimmt: In der Wiederholung liegt die Erkenntnis! Allerdings wird Erkenntnis, die auf einem Gewebe aus Irrtum und Lüge aufbaut geistig auch nicht zu mehr Licht führen! Die Grube bleibt doch für den blinden Leiter wie den blinden Geführten stets dieselbe! (Mat 15:14)

 

So tauchte bei mir vorab die Frage nach dem Einhalten des Sabbats auf. Wenn Jesus so spezifisch in der Endzeit den Sabbat als verbindliche göttliche Vorkehrung erwähnt, wie konnte Russell und Rutherford, die ersten beiden Präsidenten der WATCHTOWER zum Schluss gelangen, dass der Sabbat für Christen keine Verbindlichkeit habe?

 

*** Rbi8  Matthäus 24:20-21 ***
Betet unablässig, daß eure Flucht nicht zur Winterzeit erfolge noch am Sabbattag; 21 denn dann wird große Drangsal sein, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird.

 

„Des vielen Büchermachens ist kein Ende und sich ihnen viel zu widmen ist ermüdend für das Fleisch“ sagte schon der weise Salomo. Offensichtlich war aber genau dies die Tendenz der WATCHTOWER Society: Bücher, Zeitschriften, Broschüren und Traktate zu machen und diese zu verteilen. Da durfte auch der Sabbat nicht fehlen! Am Samstag wird am meisten Literatur verteilt! Die Versammlung bildet dazu die örtliche Verteilerzentrale! Die Kongresse dienten zur Vermarktung neuer Erzeugnisse! Statt die Hausaufgaben zu lösen und nach Wahrheit zu schürfen wurden immer aufs Neue auf Irrtum Lügen aufgebaut! Die WATCHTOWER erzeigte sich als der grösste Abschreiber bereits vorgekauten geistigen Materials. Christen sollten aber laut Paulus selbst feste Speise zerkleinern!  Es galt nach dem Erlangen solcher Erkenntnisse nun sorgfältig Fehler und Lügen abzubauen, es galt gleichzeitig gut darauf zu achten, nicht in denselben Irrtum zu verfallen.

 

*** Rbi8  Hebräer 5:12-14 ***
12 Denn in der Tat, obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemand, der euch von Anfang an die elementaren Dinge der heiligen Aussprüche Gottes lehrt; und ihr seid solche geworden, die Milch benötigen, nicht feste Speise. 13 Denn jeder, der Milch zu sich nimmt, ist unbewandert im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein Unmündiger. 14 Die feste Speise aber gehört reifen Menschen, denen, die ihr Wahrnehmungsvermögen durch Gebrauch geübt haben zur Unterscheidung [zwischen] Recht und Unrecht.

 

Feste Speise für reife Christen aber auch Milch, für all jene die im Wort Gottes unbewandert sind galt es bereitzustellen, die Lügen zu erkennen und zu entfernen! Eine wahre Rückkehr zu den ursprünglichen unverfälschten Lehren!

 

Weder ein neuer Pharisäismus der jedes Detail regelt noch Gesetzlosigkeit gehören zur wahren Freiheit des Christentums! Paulus warnte Christen des ersten Jahrhunderts, dass sie sich weder durch die Juden, die an Details, am Buchstaben des Gesetzes festhielten noch durch griechisch beeinflusste Getaufte zur Philosophie hinreissen lassen sollten, sondern ihren Sinn vollkommen auf die Überlieferungen der Apostel zu Jesu Aussagen konzentrieren müssen!

 

Genau dies versuchen wir innerhalb der Versammlung „Der Weg“ zu tun! Wir tasten von Thema zu Thema vor, um unter allerlei falschen religiösen Lehren Irrtum zu identifizieren, ihn ans Licht zu zerren und direkt aus den Schriften den wirklichen Anspruch Gottes, seinen Willen zu erkennen und in der Anwendung wiederherzustellen!

 

Eine der schwierigsten Aufgaben zeigte sich bei der Auffindung der Lösung, ob Christen auch die übrigen Festzeiten ausser dem Sabbat und dem Abendmahl einhalten müssen? Ganz offensichtlich war die Aussage Rutherford’s hinsichtlich des Sabbats falsch, weil er ja Jesu Worten widersprach! Nicht irgendein Wochentag war verbindlich, es war und blieb der von Gott geheiligte Sabbat! Auch wenn Jehovas Zeugen behaupten Christen stünden nicht unter den zehn Geboten, so ist und bleibt es Jesus, der diese Ansicht deutlich verneint! Christen stehen sehr wohl unter dem „kleinsten dieser Gebote“ und sollen sie halten und andere diesbezüglich lehren!

 

*** Rbi8  Matthäus 5:17-20 ***
17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das GESETZ oder die PROPHETEN zu vernichten. Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen; 18 denn wahrlich, ich sage euch: Eher würden Himmel und Erde vergehen, als daß auch nur ein kleinster Buchstabe oder ein einziges Teilchen eines Buchstabens vom GESETZ verginge und nicht alles geschähe. 19 Wer immer daher eines dieser geringsten Gebote bricht und die Menschen demgemäß lehrt, der wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚Geringster‘ genannt werden. Wer immer sie hält und lehrt, dieser wird hinsichtlich des Königreiches der Himmel ‚groß‘ genannt werden. 20 Denn ich sage euch, daß ihr, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, keinesfalls in das Königreich der Himmel eingehen werdet.

 

Um in das Königreich der Himmel einzugehen war somit weit mehr notwendig wie dem WACHTTURM gehorsam zu zollen! Wenn Jesus uns als Mensch vorlebte, wie die Gebote gehalten werden konnten und wie er gleichzeitig alle pharisäerhaften kleinlichen Regeln ablehnte, so sollen wir ihn nachahmen! So verstehen ich die Worte des Petrus heute, dass wir verpflichtet sind Jesu Fussstapfen genau nachzufolgen.

 

*** Rbi8  1. Petrus 2:21-25 ***
In der Tat, zu diesem [Lauf] wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt. 22 Er beging keine Sünde, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden. 23 Als er beschimpft wurde, gab er nicht schimpfend zurück. Als er litt, begann er nicht zu drohen, sondern übergab sich weiterhin dem, der gerecht richtet. 24 Er selbst trug unsere Sünden in seinem eigenen Leib an den Stamm hinauf, damit wir mit Sünden nichts mehr zu tun hätten und [für] die Gerechtigkeit leben könnten. Und „durch seine Striemen wurdet ihr geheilt“. 25 Denn ihr seid wie Schafe gewesen, die irregingen, ihr habt jetzt aber zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen zurückgefunden.

 

Christen sollen keine Sünde begehen und in ihrem Mund darf ebenso wenig Trug gefunden werden! Wo es aber Sünde gibt, da gibt es auch ein Gesetz das übertreten wird! Wir müssen von falschen Hirten weg den Weg wiederum zu Jesus finden, der als unser Aufseher jeden Einzelnen der sich zu ihm bekennt durchschaut und kennt! Er benötigt dazu kein religiöses Register!

 

Ich wollte von Anbeginn genau verstehen lernen, was der Sinn hinter bestimmten Anweisungen der Bibel ist! Nur da wo wir den Sinn verstehen ist es uns möglich ein Gebot freudig einzuhalten! Dass das Gebot des Abendmahls verbindlich ist, das wurde ich von Anfang an gelehrt, von der Katholischen Kirche anders wie von Jehovas Zeugen! Der genaue Untersuch aller Bibeltexte zeigte, dass beide mich falsch belehrt hatten und beide mich dazu führten Jesu Gebot in der einen und anderen Weise zu übertreten!

 

Was nun ist mit den übrigen Festtagen, wie Pfingsten, dem Sühnetag oder dem Laubhüttenfest? Sie alle wurden durch Jesus mit absoluter Regelmässigkeit gehalten und ein Untersuch des neuen Testaments weist stark darauf hin, dass die Christenversammlungen des ersten Jahrhunderts diese ebenso hielten!

 

Wer nun hatte das Recht diese von Gott verordneten Feiertage auf andere Festzeiten zu verlegen oder sie gar abzuschaffen? Immer wieder kam Konstantin und das Konzil von Nizäa zum Vorschein! Die Christenheit folgte einem heidnischen Kaiser und hatte dadurch ihren Führer Jesus in Wirklichkeit verleugnet! Jehovas Zeugen wie alle übrigen Protestantischen Töchter folgen in vielem weiterhin ihrer abtrünnigen Katholischen Mutter!

 

Die Festzeiten Jehovas haben eine wesentlich tiefere Bedeutung wie es der erste Blick erscheinen lassen mag! Wir tun gut daran, diesen Sinn wiederum begreifen zu lernen und die Festzeiten exakt so einzuhalten, wie Jehova dies ganz Israel, damit auch den „geistigen Juden“ auferlegt hat! Dies zu erkennen und zu tun wird uns zur Befreiung führen!

 

 

Dein Bruder im Glauben

 

„DER WEG“

 

Urs Martin Schmid

 

PS: Die von Jehova als verbindlich aufgestellten Festtage wurden von Jesus und den Jüngern des ersten Jahrhunderts peinlich genau eingehalten. Wie kannst Du selbst dem Erfordernis Rechnung tragen? Der NEWSLETTER „DER WEG“ vom Monat April bespricht das Thema in die Tiefe!

(Kopiere diesen Brief und gib sie an geeignete Menschen mit ehrlichem Herzen weiter!   www.harmagedon.com.ar)