Brief an unsere Mitbrüder

X2.2-12.03.23

 

 

Wo sind die Vorteile und was ist der Nachteil des Fastens?

 

Bariloche, 23. März 2012

 

Lieber Bruder, liebe Schwester im Glauben!

 

Wir sind mitten in der Fasten- oder Passionszeit der westlichen, katholischen Christenheit, für Katholiken und Protestanten dauert sie vom Aschermittwoch vierzig Tage bis zur Osternacht. Sie soll an Jesu vierzigtägiges Fasten in der Wildnis erinnern. Dies aber war ein vollständiges Fasten, ohne jede Nahrungsaufnahme, selbst ohne Wasser! Die Sonntage sind dabei seit der Synode von Benevent im Jahre 1091vom Fasten befreit, da diese laut Kirchenlehre an Jesu Auferstehung erinnern. Daher rückte damals die Kirche den Beginn sechs Tage vorher.

 

Eine  andere Zählweise beginnt ebenso am Aschermittwoch, dauert aber nur bis Palmsonntag und bezieht die Sonntage dagegen mit ein. Ihre Länge ist daher einige Tage kürzer. Dann gilt die letzte Woche vom Palmsonntag bis Ostern  als Heilige Woche. Die Ostkirche beginnt das Fasten sieben Wochen vor ihrem Osterdatum! Die Protestanten haben je Kirche unterschiedliche Regelungen.

 

Was die wenigsten Christen jedoch heute noch wissen ist, dass die Kirche eine weitere obligatorische Fastenzeit vor Weihnachten kennt, die ebenso vierzig Tage dauern soll. Dort beginnt sie am Martinstag, dem 11. November und dauert bis zum Weihnachtsabend, am 24. Dezember. 

 

Beschreibung: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/20/Bruegel_Lent.jpg/170px-Bruegel_Lent.jpgDer holländische Maler Pieter Brueghel der Ältere zeigt auf einem Bild (rechts) in spöttischer Art die symbolische  Verkörperung des Fastens an einem Tag des Karnevals. Die Kinder treiben ihren Schabernack mit der fastenden Frau.

 

Es scheint ein menschliches Phänomen zu sein, dass die meisten Personen die Zeit des Karnevals der Zeit des Fastens weit mehr vorziehen. Das ist bestimmt so auch bei Politikern, die das grosszügige Geldausgeben gemäss dem Volkswillen der Sparsamkeit gegenüber vorziehen. Sich der Narrenfreit zuzuwenden ist bestimmt leichter als sich ernsthaft um das Wohlergehen für sich selbst, die Familie und das der Nation zu kümmern, was dann später Folgen mit sich bringt. Heute aber, wo ganze Nationen eigentlich den Konkurs anmelden müssten endet der Karneval der Machthabermit langandauernden Zwangsfastenzeiten. Man nennt das, was jene Machthaber nun dem Volk verordnen Programme von Austerität (Enthaltsamkeit, Strenge oder Sparsamkeit).

 

Da das Osterfest erst eine Erfindung des Konzils von Nizäa im Jahre 325 u.Z. war, das Fest auf den 1. Sonntag nach der Frühsommerwende gelegt wurde, ist jenes Datum flexibel. Der Sinn davon war vom Passahfest der Juden und der Arianer abzulenken, das ja von Gott her gemäss GESETZ stets auf den 14. Nisan fällt und an den Auszug aus Ägypten und Gottes Strafgericht am Pharao erinnert. Damit kam man der Forderung des Kaisers Konstantin entgegen, dass der heidnische Sonntag seit dem Jahre 321 u.Z. zum Ruhetag erklärt hatte. Dadurch war aber die Nation gespalten worden, denn ein Grossteil der Christen, die Arianer hielten weiterhin wie die Juden am wöchentlichen Sabbat und am 14. Nisan für das Passah fest!

 

Weihnachten, am 25. Dezember ist ebenso kein biblisches Fest, sondern genauso wie der Sonntag und das Osterfest heidnischen Ursprungs.

 

Wenn wir dies alles in Betracht ziehen wird bald klar, dass solche Feste und Gedenktage bestimmt nicht Gottes Anerkennung haben können, da gerade sie ja Sein GESETZ ungültig machen. Auf wen müssen Christen nun hören? Auf Gott oder den Papst oder den Kaiser? Was ist, wenn Papst und Kaiser zusammen das Gegenteil wünschen? Schon die Israeliten erwählten sich verschiedene Fastenzeiten jedes Jahr, vergassen aber Gottes Gebot einzuhalten, dass nur ein Fest mit dem Fasten im GESETZ in Verbindung steht, dem Fasten des Sühnetages. Jesaja musste ihnen Gottes Entscheid im achten Jahrhundert v.u.Z. mitteilen: Gott achtet nicht auf Fasten, das nicht Seinen Normen entspricht! 

 

(Jesaja 58:3-7)  ‚Aus welchem Grund fasteten wir, und du sahst [es] nicht, und beugten wir unsere Seele [in Betrübnis], und du wolltest nicht Kenntnis nehmen?‘

Tatsächlich fandet ihr selbst am Tag eures Fastens Gefallen, als ihr sogar all eure schwer Arbeitenden ständig zur Arbeit triebt. 4 Ja, zu Zank und Streit habt ihr gewöhnlich gefastet und zum Schlagen mit der Faust der Bosheit. Habt ihr nicht dauernd gefastet wie an dem Tag, an dem ihr eure Stimme in der Höhe hören ließet? 5 Sollte das Fasten, das ich erwähle, wie dieses werden, wie ein Tag, an dem der Erdenmensch seine Seele [in Betrübnis] beugt? Daß er sein Haupt beuge so wie eine Binse und daß er bloßes Sacktuch und Asche als sein Lager ausbreiten sollte? Ist es das, was du ein Fasten und einen für Jehova annehmbaren Tag nennst?

6 Ist nicht dies das Fasten, das ich erwähle? Die Fesseln der Bosheit zu lösen, die Bande der Jochstange loszumachen und die Zerschlagenen frei wegzusenden und daß ihr jede Jochstange entzweibrechen solltet? 7 Ist es nicht, dem Hungrigen dein Brot auszuteilen und daß du die Niedergedrückten, Heimatlosen in [dein] Haus bringen solltest? Daß du, falls du jemand nackt sehen solltest, ihn bedecken sollst und daß du dich vor deinem eigenen Fleisch nicht verbergen solltest?

 

Obwohl die Christenheit bis heute ihre Glieder zur Einhaltung der Fastenzeiten drängt, zwar nicht mehr so wie früher unter starkem Druck ihrer Pfarrer und Pastoren, so bleibt doch die Antwort Jehovas durch Jesaja in Kraft! Erst ab 1486 erlaubte Papst Innozenz VIII. das einnehmen von Milchprodukten während der Fastenzeit! Weiterhin blieb der Genuss von Fleisch, Eiern und Wein verboten.

 

Dann folgte vom Karfreitag bis zur Nacht vor Ostern das Osterfasten, als Trauerfasten zum Gedächtnis von Jesu Passion, Tod und Grab. Auch der Aschermittwoch und der Karfreitag gelten als strikte Fast- und Abstinenztage, wo nur eine Mahlzeit erlaubt ist. Alle Gläubigen zwischen 14 und 60 Jahren  müssen die Fastengebote der Päpste beachten, verlangt die Katholische Kirche!

 

Andere verzichten während jener Zeit freiwillig auf Süssigkeiten, Kaffee, Tee, Alkohol oder Zigaretten. Einige unterlassen Besuche in Kneipen, Diskotheken oder zeigen Abstinenz gegenüber dem Fernsehen und Computerspielen. Eine Sache ist es sich selbst Grenzen und Verzicht aufzuerlegen, eine andere aber sie zwangsweise zu verlangen! Die Kirche erwartet zumindest zu jener Zeit die Teilnahme an der Beichte und an Ostern die Kommunion zu empfangen. Dabei geht Jesu Gebot aber vergessen, welches er zur Passafeier verordnete, die doch ein Abendmahl mit Lammfleisch und bitteren Kräutern und ungesäuertem Brot war, im Kreis seiner geistigen Familie, den Aposteln: „Tut dies (nicht etwas vollkommen anderes) zu meinem Gedächtnis“, hatte er befohlen (1.Kor 11:24). Er erfüllte mit den Aposteln das göttliche Gebot der Passahfeier am 14. Nisan (2.Mo 12:8-16; 5.Mo 16:1-8) und versprach ihnen, dass er es mit ihnen erneut im kommenden System feiern werde! (Mat 26:26-30)

 

Paulus warnte vor solchen Dingen, wo geistliche Führer eigene Grenzen aufstelle bereits im 1.Brief an Timotheus, dass solche Verbote z.B. sich von  bestimmten Speisen zu enthalten in Wirklichkeit von Dämonen verordnet werden und aus Gottes Sicht Heuchelei sind!

 

(1. Timotheus 4:1-5)  Die inspirierte Äußerung aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeitperioden einige vom Glauben abfallen werden, indem sie auf irreführende inspirierte Äußerungen und Lehren von Dämọnen achtgeben, 2 durch die Heuchelei von Menschen, die Lügen reden, die in ihrem Gewissen gebrandmarkt sind, 3 die verbieten zu heiraten und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, die Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung von denen genossen werden, die Glauben haben und die Wahrheit genau erkennen. 4 Der Grund hierfür ist, daß jede Schöpfung Gottes vortrefflich und nichts verwerflich ist, wenn es mit Danksagung empfangen wird, 5 denn es wird durch Gottes Wort und Gebet dafür geheiligt.

 

Genaue Kenntnis der Wahrheit steht in Verbindung mit dem Verständnis von Gottes Geboten! Der Psalmist erklärt im Psalm 119, Vers 142: „Dein GESETZ ist Wahrheit“. Geben etwa heute christliche Arbeitgeber ihren Angestellten frei, damit sie das Fasten auch gottgemäss durchführen können oder gelten dieselben Worte Jesajas:  „Tatsächlich fandet ihr selbst am Tag eures Fastens Gefallen, als ihr sogar all eure schwer Arbeitenden ständig zur Arbeit triebt. Ja, zu Zank und Streit habt ihr gewöhnlich gefastet und zum Schlagen mit der Faust der Bosheit. Habt ihr nicht dauernd gefastet wie an dem Tag, an dem ihr eure Stimme in der Höhe hören ließet?“

 

Auch Martin Luther sah in den Katholischen Fastenverordnungen einen Missbrauch. So schrieb er zum Thema:

 

„Ich will jetzt davon schweigen, dass manche so fasten, dass sie sich dennoch vollsaufen; dass manche so reichlich mit Fischen und anderen Speisen fasten, dass sie mit Fleisch, Eiern und Butter dem Fasten viel näher kämen … Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr Mutwillen regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen. Andererseits, wenn er fände, dass ihm vom Fasten der Kopf wüst und toll oder der Leib und der Magen verderbt würde […], so soll er das Fasten ganz gehen lassen und essen, schlafen, müßig gehen, so viel ihm zur Gesundheit nötig ist.“

 

Nicht durch Fasten und Traditionsbewusstsein werden wir gerettet, vielmehr durch Liebe, die doch Erfüllung des GESETZES bedeutet! Jesu kommendes Gericht an den „Böcken“, die nicht bereit sind auf ihn zu hören hat doch gerade zum Thema, dass jene durch fehlende Nächstenliebe sich den Zugang zum „Königreich der Himmel“ verbaut haben, wenn es auf der Erde aufgerichtet ist und gar der „ewigen Abschneidung“ verfallen! Das gottgemässe Fasten des Sühnetags aber steht in Verbindung mit Frieden machen mit dem Nächsten, Richtigstellen dessen, was falsch und ungesetzlich ist, mit Reue, Wiedergutmachung!

 

Jehova aber befahl Israel über all seine Generationen und in all ihren Wohnorten den Sühnetag mit einen strikten Fasttag zu begehen! Weder essen noch trinken war ihnen gestattet! Niemand durfte an diesem Tag arbeiten und dies gilt ebenso für uns Christen, denn Jesus ist nicht gekommen das GESETZ abzuschaffen, sondern uns als Beispiel vollkommener Erfüllung auf demselben Weg voranzugehen! (Mat 5:17-20)

 

Was nun sagt Jehova in der Wildnis Sinai durch Moses zum ganzen Volk Israel, den jährlichen Sühnetag am 10. Tischri bezeichnend? Achten wir doch auf Seine Worte:

 

(3. Mose 23:26-32)  Und Jehova redete ferner zu Moses, indem [er] sprach: 27 „Doch am Zehnten dieses siebten Monats ist der Sühnetag. Eine heilige Zusammenkunft sollte für euch stattfinden, und ihr sollt eure Seelen [in Betrübnis] beugen und Jehova ein Feueropfer darbringen. 28 Und ihr sollt an ebendiesem Tag keinerlei Arbeit tun, denn es ist ein Sühnetag, um für euch vor Jehova, eurem Gott, Sühne zu leisten; 29 denn jede Seele, die sich an ebendiesem Tag nicht [in Betrübnis] beugen wird, soll von ihrem Volk abgeschnitten werden. 30 Was irgendeine Seele betrifft, die an ebendiesem Tag Arbeit von irgendwelcher Art tun wird, diese Seele muß ich aus den Reihen ihres Volkes vernichten. 31 Ihr sollt keinerlei Arbeit tun. Es ist eine Satzung auf unabsehbare Zeit [[auf ewig]] für eure Generationen an allen Orten, wo ihr wohnt. 32 Es ist ein Sabbat vollständiger Ruhe für euch, und ihr sollt eure Seelen am Neunten des Monats, am Abend, [in Betrübnis] beugen. Von Abend zu Abend solltet ihr euren Sabbat beobachten.“

 

Jehova hat sein eigenes Rechtssystem erschaffen, wo Er festlegt, was er von den Menschen erwartet, um sich mit ihnen zu versöhnen. Daran gilt es zu denken, wenn wir ehrlich gemeintes Fasten ins Auge fassen! Den Sühnetag nicht einzuhalten bedeutet gar Todesstrafe und Jesus als unser Hoherpriester ist „Herr des Sabbats“, der für die Einhaltung von Gottes Bestimmungen verantwortlich zeichnet!

 

Bedeutet dies, dass keinerlei weitere Tage des Fastens in Gottes Augen wirksam sind? Nein, denn Israel zeigte auch Fastenzeiten ausserhalb des Sühnetages, die von Gott anerkannt wurden. Auch in der Apostelgeschichte werden mehrere Zeiten des Fastens aufgeführt die Gott annehmbar waren! Es geht somit um die Art und das Ziel, wie ein Fasten eingehalten wird, damit es von Gott anerkannt wird! Die Stadt Ninive fastete aufgrund der Strafankündigung durch den Propheten Jonas und verhinderte dadurch ihre Zerstörung! 

 

Im neuen Studienartikel gehen wir auf einen Grossteil der biblischen Aspekte zum Thema Fasten und „die Seele in Betrübnis beugen“ ein und holen uns dadurch die Worte Gottes, Jesu, der Propheten und der Apostel in den Sinn, um aus innerer Überzeugung unsere eigenen Fastentage einzurichten, die für Jehova annehmbar sind! 

 

Welchen Wert haben die Fastenzeiten Jehovas?

 

Wir können uns Jehovas Standpunkt zu diesem Thema zu eigen machen und dadurch Sein Wohlwollen erreichen. Bedenken wir, dass für Jehova ein zerknirschtes Herz, das sich in Reue vor ihm beugt annehmbar ist und Er solche Gebete erhört!

 

In diesem Sinne ist sollten wir auf jedes der Worte Gottes erneut achten, weil damit verbunden Leben und gar ewiges Leben gewährt wird! Gottes Festzeiten haben ihren ursprünglichen Sinn durch Jesu Erscheinen und Tod nicht verloren. Sie wurden nur durch Erfüllung von Prophezeiungen die mit ihm in Zusammenhang stehen bestätigt und ihr Sinn dadurch erweitert!

 

Sinne über diese Dinge nach, dazu wurde der wöchentliche Sabbat von Gott geschaffen. Du sollst darüber auch mit Deiner Familie reden und ihnen das Verständnis der Zusammenhänge vermitteln. Hierzu wünschen wir Dir einen festen Sinn und dass Du Dein eigenes Fasten zu Jehovas Wohlgefallen führen mögest! Du bestimmst durch Dein Handeln, ob das Fasten Dir zum Vorteil oder gar zum Nachteil ausschlägt!

 

 

„DER WEG“

 

Urs Martin Schmid

 

Bereite dich vor auf die kommenden Festtage der Passahfeier im April 2012

Das Neujahrfest (1.Nisan) beginnt um 18.00 h am 24. März (Freitag), es dauert bis zum Abend des 25. März (Samstag). Versammlung Älteste: Freitag 19.00 (4.Mo 28:11-15)

Das Abendmahl (14. Nisan) ist am Abend 6. April (Freitag), Versammlung und Abendmahl 20.00-23.00 (3.Mo 23:5, 6)

Das Fest das Passahwoche (15.-21. Nisan) beginnt am Abend 18.00 h des 7. April (Dienstag), dauert bis zum Abend des 14. April (Samstag). Erster und letzter Tag sind heilige Sabbate. Versammlung: 09.00-11.30; Mittagessen; alle übrigen Tage treffen wir uns um 17.00 zur Versammlung und zum Abendessen (3.Mo 23:6-14). Befreie Dich von jeder Art Sauerteig in deinem Haus! (2.Mo 12:15; 1.Kor 5:6-8)

Das Pfingstfest (6. Siwan) beginnt am Abend um 18.00 h des 26. Mai (Samstag), dauert bis zum Abend des 27. Mai (Sonntag). Versammlung: 9.00-11.30, Mittagessen (3.Mo 23:15-21)

Keine Arbeit darf an den Sabbaten verrichtet werden; sie sind eine Ruhe für Jehova! (2.Mo 20:8-10; 3.Mo 16:29)